Helena Winkelman manifestiert eine innere Energie, die sich mühelos genauso auf ihre musikalischen Partner wie auf das Publikum überträgt.
Winkelman’s hervorragende Ausbildung, erlaubt es ihr zudem die Verzierungen der Bach Violinkonzerte mit selbstverständlicher Leichtigkeit zu gestalten, getragen von einer zutiefst musikalischen Auffassung des Cantabile und makelloser Intonation.
Verona, L’Arena, Chiara Zocca (Konzert Amici della musica)
… Musikalische Sternstunde in der Klosterkirche…Was Helena Winkelman und Rudolf Lutz mit lockerer, überschäumender Musizierlust, fachlicher Kunstfertigkeit und spitzbübischem Charme darboten, versetzte die Zuhörer in fassungloses Staunen…
Schaffhauser Nachrichten, Gisela Zweifel – Fehlmann
Tätigkeiten im Überblick
Geigerin der Camerata Variabile Basel (seit 2000) und künstlerische Leiterin des Ensembles (seit 2010)
2012–2019 Konzertmeisterin von Archi De Sono
2018–2023 Erste Geigerin des Callino Quartetts
2003–2007 Gründungsmitglied des Lucerne Festival Orchestra
Ab 2005 Internationale kompositorische Tätigkeit.
Helena Winkelman erteilt Privatunterricht in Violine und Komposition in Basel und gibt Meisterkurse ebenso wie Kammermusikkurse für Profis und Laien.
In Verbindung mit ihrer kompositorischen Tätigkeit führte sie diese Leidenschaft für Kammermusik zur Camerata Variabile Basel – einem Kammerensemble, dessen Geigerin sie seit fünfundzwanzig Jahren ist und dessen künstlerische Leitung sie innehat.
Camerata Variabile Basel
Das Ensemble entwickelte eine eigene Konzertreihe, die Musik häufig mit sozialen oder philosophischen Themen verbindet. Regelmäßig werden neue Kompositionsaufträge vergeben, und im Rahmen dieser Arbeit hat Winkelman einen großen Teil des klassischen gemischten Kammermusikrepertoires aufgeführt sowie zahlreiche unbekannte oder selten gespielte Werke wiederentdeckt. Im Jahr 2020 wurde die Camerata Variabile von der Internationalen Bodensee-Konferenz für die innovative Konzeption ihrer Konzertreihe ausgezeichnet.
Ausserhalb des Ensembles erinnert sie sich besonders gerne an die kammermusikalische Zusammenarbeit mit den Cellisten Francesco Dillon, Adrian Brendel, Christoph Richter, Xenia Jankovich und Thomas Demenga; den Bratschisten Garth Knox, Yuko Hara und Kim Kashkashian; den Pianisten Rudolf Lutz, Werner Bärtschi, Dana Ciocarlie und Alasdair Beatson; den Geigern Erich Höbarth, Ivry Gitlis, Hansheinz Schneeberger und Patricia Kopatchinskaja sowie der Akkordeonistin Viviane Chassot.
Neben intensiver Kammermusikarbeit spielt sie als Solistin alle Violinkonzerte von Mozart mit eigenen Kadenzen und fertigte für das Festival in Ernen eine Bearbeitung von Tartinis Teufelstrillersonate für Violine und Orchester an. Sie interpretierte die Konzerte von Beethoven und Bach und gab zahlreiche Recitals mit einem Repertoire vom Barock bis zur Moderne. Ein spezielles Flair hat sie für die alte Wiener Kaffeehausmusik und die Musik von Fritz Kreisler.
Ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit ist die Zusammenarbeit mit anderen KomponistInnen wie Sofia Gubaidulina, György Kurtág, Garth Knox, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Beat Furrer, Georg Friedrich Haas, Toshio Hosokawa, Mike Svoboda und Thomas Larcher sowie mit wichtigen Stimmen der Schweizer Musikszene wie Alfred Zimmerlin, Martin Jaggi, Rudolf Kelterborn, Edu Haubensak, Lukas Langlotz, Philip Hefti, Gérard Zinsstag, Caroline Charrière, Roland Moser, Iris Szeghy und anderen.
Herkunft und Wege
Helena Winkelman stammt aus einer Musikerfamilie mit schweizerischen, niederländischen und italienischen Wurzeln. Aufgewachsen ist sie mit Barockmusik: Ihre Mutter ist Cembalistin, ihr Vater spielt und baut Traversflöten.
Auch ihre Heimatstadt Schaffhausen prägte sie früh: Dort entstand eines der ersten Ensembles für Renaissance-Musik in der Schweiz, und als Kind verbrachte sie viele Stunden im elterlichen Garten zwischen Drehleier-, Schalmei- und Fidelspielern.
Gleichzeitig entwickelte sie eine besondere Faszination für die ungarische Volksmusik. Ihr erster Geigenlehrer, Edwin Villiger unterrichtete nach der Kodály-Methode – was bedeutete, dass Improvisation von Anfang an Teil des Unterrichts war.
Musik selbst zu erfinden war daher immer selbstverständlich. Villiger war ein wichtiger Pionier der Kinder- und Jugendchorkultur in der Schweiz. Zu den glücklichsten musikalischen Erinnerungen Winkelmans gehört die Zeit als junge Sängerin in diesen Chören.
Mit sechzehn Jahren wurde sie Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters. Die Begegnung mit der Dirigierkunst Claudio Abbados öffnete ihr den Zugang zum romantischen Repertoire und bestärkte sie in dem Entschluss, Berufsmusikerin zu werden. Später, als sie mit demselben Orchester beim Festival Wien Modern spielte, trat die Neue Musik mit großer Wucht in ihr Leben: An der vordersten Kante der Gegenwart zu stehen und über den Abgrund der Zeit hinweg in die Zukunft zu blicken – dies faszinierte sie damals wie heute zutiefst.
Ausbildung
1979–1984 Geigenunterricht bei Edwin Villiger in Schaffhausen
1984–1989 Geigenunterricht bei Werner Goos in Winterthur
1989–1991 Geigenunterricht bei Herbert Scherz
1991–1994 Studium bei Gunars Larsens (Lehrdiplom mit Auszeichnung) Konservatorium Luzern,
1994–1996 Musikhochschule Heidelberg–Mannheim Studium bei Valery Gradow (Künstlerische Ausbildung)
1998 New York
Privatunterricht bei Daniel Phillips sowie Kurse für Neue Musik und Komposition an der Juilliard School (Evening Division)
1998–2001 Musikhochschule Basel
Violinstudium bei Thomas Füri
Konzertdiplom mit Auszeichnung (heute: Master in Performance)
Fenster zur Welt: Meisterkurse spielten eine entscheidende Rolle für ihre künstlerische Entwicklung. Der erste war bei Franco Gulli. Kurz darauf begegnete sie Hermann Krebbers und György Kurtag am International Musicians Seminar Prussia Cove in England – ein Ort den sie selbst „das Hogwarts der Kammermusik“ nennt und an den sie seit beinahe drei Jahrzehnten fast jedes Jahr zurückkehrt.
Später folgten Kurse bei Gidon Kremer, Gerhard Schultz, Lorand Fenyves und dem Schweizer Geiger Hansheinz Schneeberger, der ihr Spiel vielleicht massgeblichst beeinflusste.
Stipendien und Auszeichnungen
Stipendien der Landis & Gyr Stiftung (London) und der Göhner Stiftung (zweijähriges Stipendium)
Stipendium des Gustav Mahler Jugendorchesters (Studienaufenthalte in Mannheim und New York)
Atelier Berlin des KulturRaum Schaffhausen
Dreimaliger Förderpreis des KulturRaum Schaffhausen.
Kompositionsstudien und Weiterbildungen
Von 2003 bis 2008 zog sich Winkelman vorübergehend vom Konzertleben zurück, um in Basel Komposition bei Roland Moser und Georg Friedrich Haas zu studieren. Später nahm sie ihre Tätigkeit als Geigerin wieder auf.
Kontinuierlicher künstlerischer Austausch mit Prof. Eberhard Feltz.
Kurse in Hypnose, Transzendentaler Psychologie (Deutschland), Schamanismus (England, Northern Drum), Delicate Lodge Tradition (Schweiz/USA)